Exakt aufeinander abgestimmt

Ein Beitrag von Dr. Ralf C. Reinkemeyer, Wagenfeld, Ztm. Uwe Schröder, Dieter Weingart und Benjamin Zilke, alle drei Wallenhorst/alle Deutschland.

Im Mittelpunkt dieses Artikels steht eine Patientin mit gering bezahntem Gebiss, die prothetisch neu versorgt wurde. Das Autorenteam beschreibt den konsequenten implantatprothetischen Therapieablauf und geht speziell auf die Verwendung altersgerechter Konfektionszähne und eines adäquaten Verblendkomposits ein. Es wird dargestellt, wie mithilfe eines perfekt aufeinander abgestimmten Systems auf effizientem Weg eine patientengerechte Funktion und Ästhetik erzielt werden kann.

In der prothetisch restaurativen Zahnheilkunde gewinnt die implantatprothetische Therapie zunehmend an Bedeutung. Hierbei bilden ein strukturiertes Vorgehen, gute Teamarbeit und fundierte Erfahrungen eine wichtige Grundlage für den Erfolg der Therapie. Wir arbeiten seit Jahren in enger Abstimmung zwischen Praxis und Labor, um mit gemeinsam entwickelten und bewährten Planungs- und Fertigungskonzepten zu erfolgreichen Ergebnissen zu gelangen. Dieser Artikel zeigt, wie mit einem strukturierten Therapieablauf und den konfektionierten Prothesenzähnen Vitapan Plus und Vita Lingoform auf effizientem Weg eine komplexe prothetische Versorgung realisiert werden kann.

Ausgangssituation und Behandlungsplan
Die Patientin konsultierte die Praxis mit dem Wunsch einer prothetischen Neuversorgung ihres Ober- und Unterkiefers. Im Oberkiefer trug sie eine, vom rein technischen Standpunkt aus betrachtet, gut funktionierende teleskopierende Restauration. Allerdings waren die Prothesenzähne abradiert und stark verfärbt. Der Zahnersatz im Unterkiefer war über zwei Implantate in regio 32 und 34 sowie über Restzähne verankert, wobei die Zähne unterminierend kariös waren und daher nicht erhalten werden konnten. Beide Prothesen entsprachen per se nicht mehr den Ansprüchen der Patientin. Die Zahnform passte nicht zu ihrem Gesicht und die rote Ästhetik wirkte unnatürlich. Ihr unvorteilhaftes Lippen- beziehungsweise Gesichtsprofil konnte auf die Zahnform und -stellung zurückgeführt werden. Die Patientin war sich des „Makels“ bewusst, wirkte unsicher und lächelte nur verhalten.

Nachdem bezüglich der Neuversorgung die Wünsche der Patientin erfragt worden waren, wurden die Therapiemöglichkeiten besprochen. Für den Oberkiefer wurde eine Aufarbeitung der vorhandenen, technisch funktionierenden Teleskopprothese geplant. Die Funktion der Doppelkronen war tadellos, sodass die Gerüststruktur erhalten und durch den Austausch der Prothesenzähne und Erneuerung der Verblendungen die Ästhetik und Funktion rekonstruiert werden sollte. Im Unterkiefer mussten die insuffizienten Zähne entfernt, zwei zusätzliche Implantate inseriert und eine neue teleskopierende Versorgung angefertigt werden. Ein wichtiger Punkt bei der Therapieplanung war, der Patientin zu jedem Zeitpunkt den größtmöglichen Komfort zu bieten. Aus diesem Grund wurde der Zahnersatz im Oberkiefer zeitnah erneuert, sodass die neue Prothese im Unterkiefer an diese angepasst werden konnte.